Ich hätte es nach den ganzen Corona-Ausfällen ehrlich gesagt nicht mehr für möglich gehalten, dass wir noch einmal ein Zeltlager absagen müssen. Damals ging es gezwungenermaßen nicht anders, und auch dieses Mal stand die Sicherheit einfach an erster Stelle. Unser diesjähriges Lager am Zeltplatz Schlüchtseewinkel war aber auch abgesehen vom Wetter in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Für mich persönlich markierte es einen echten Meilenstein: Nach zehn Jahren an der Spitze des Organisationsteams war dies das letzte Lager, das ich als Hauptverantwortlicher vorbereitet und geleitet habe. Auf der jüngsten Abteilungsversammlung haben wir den geplanten Wechsel offiziell gemacht, sodass ich den Posten des Jugendleiters nun an Björn und Theo übergeben habe. Dass die Natur uns zum Abschied noch ein kleines Wetter-Abenteuer bescheren würde, war so zwar nicht geplant, hat uns als Truppe aber nur noch enger zusammengeschweißt.
Wenn ich an die letzten zehn Jahre zurückdenke, so hatten wir schon die ein oder anderen lustigen und auch herausfordernden Wetter Momente. Unvergessen bleibt das Zeltlager in Zwiefalten 2022, das direkt an dem örtlichen Freibad gelegen war und für den ein oder anderen Nassen Moment gesorgt hat. Oder auch das Zeltlager 2019 in Bronnen (Donau), wo es so heiß war, das wir quasi das ganze Zeltlager im Schatten oder in der Donau verbracht haben.
Doch dieses Mal war es leider zu viel – eigentlich war der Plan für dieses Jahr ganz klassisch:
Am Donnerstagmorgen sollte es für die ganze Truppe losgehen, um die Zelte am Schlüchseewinkel aufzubauen. Es hatte sich am Montag schon abgezeichnet, aber als wir dann am Dienstag die Wettervorhersage angeschaut haben, war schnell klar, dass das nichts wird.
Angesagt waren Regen, Temperaturen von tagsüber maximal sechs Grad und sogar leichter Schneefall. Da wir als Leitung eine klare Verantwortung für die Gesundheit aller Teilnehmer – vor allem unserer Jugend – haben, stand für uns schnell fest: Ein normales Zeltlager im Freien können wir unter diesen eisigen Bedingungen nicht verantworten.
Komplett Ausfallen lassen wollten wir das Ganze nach der ganzen Vorarbeit aber auch nicht. Also sind einige unserer Betreuer kurzerhand trotzdem runtergefahren. Mit dabei waren Björn und Theo, außerdem Patrick, Willi, Nils, Gabi und ich. Statt der Zelte konnten wir uns so in der festen Hütte auf dem Zeltplatz einquartiert (glücklicherweise mit Heizung). Und das war auch goldrichtig, denn das Wetter war am Ende exakt so ungemütlich wie vorhergesagt. Ohne die Heizung in der Hütte wären wir da oben wahrscheinlich erfroren – mit Zelten wäre das absolut unmöglich gewesen.
Die Tage im Schwarzwald haben wir dann optimal genutzt und das Beste aus der Situation gemacht. Wir hatten jede Menge Spaß und eine richtig gute Zeit zusammen. Nebenbei haben wir uns um einige wichtige Organisationsthemen im Verein gekümmert. Björn und Theo haben z.b. die Zeit direkt genutzt, um intensiv am Trainingslager für dieses Jahr und am Zeltlager für das nächste Jahr zu feilen.
Als warmer Ausgleich haben wir außerdem einen Ausflug in die Badewelt Titisee-Neustadt gemacht, was eine super Abwechslung war.
Ein riesiges Dankeschön geht an dieser Stelle an alle Helferinnen und Helfern, die mich in den vergangenen zehn Jahren in meiner Position als Jugendleiter so großartig unterstützt haben: Ohne eure anpackende Art über all die Jahre hinweg wäre das Zeltlager nicht das, was es heute ist. Ich hoffe und baue darauf, dass ihr Björn und Theo in Zukunft genauso den Rücken stärkt und sie bei der Planung unterstützt!
Ich freue mich auf jeden Fall schon riesig auf das nächste Zeltlager. Dann bin ich nämlich das erste Mal überhaupt ganz entspannt als normaler Teilnehmer mit dabei. Wann genau es nächstes Jahr losgeht, klären Björn und Theo gerade noch ab, seid gespannt.
-Jens




